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Schicksale betreuter Frauen im Projekt „Hope & Light“:

In nicht wenigen Fällen stehen Schwangere und junge Mütter allein, von ihrem Partner verlassen, fern oder ausgestoßen von ihrer Familie. Solche Lebensumstände bringen Alleinerziehende an das Ende ihrer Kräfte. Leidtragende sind dann vor allem die Kinder.
Betreut werden im Projekt „Hope & Light“ Frauen und Mädchen jeden Alters, mit und ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung, in der Regel mit einem ganz normalen Lebensentwurf, der sich für diese jedoch aufgrund der Schwangerschaft plötzlich dramatisch verändert hat. Ohne Partner, ohne Familie und ohne staatliche Unterstützung ist es diesen Frauen dann fast unmöglich, ihr Leben würdevoll und selbstständig zu gestalten.
Hier einige Beispiele (Namen anonymisiert):

Thais

war 29 Jahre alt, Hotelangestellte, als ihr Partner sie verließ, weil sie zum zweiten Mal schwanger geworden war. Aus demselben Grund verlor sie ihren Arbeitsplatz; Ausfallzeiten vor der Geburt und während der Babyphase sehen Arbeitgeber nicht gerne. Der Großteil der Familie lebte noch in Venezuela, wie so viele war auch sie vor Jahren mit ihrem Partner auf den Kanaren gelandet. Nun stand sie praktisch auf der Straße und wusste nicht mehr wohin. Hope & Light gibt ihr und ihren kleinen Kindern zunächst Schutz und Versorgung, bis die Drei für den Start ausreichend durch die staatliche Sozialhilfe unterstützt werden. Denn oft wissen die Frauen nicht, welche Hilfen sie beanspruchen und an wen sie sich wenden können.

Maria

wurde mit 18 Jahren ungewollt schwanger und wurde daraufhin von ihrer Familie verstoßen; glücklicherweise fand sie zunächst Unterschlupf auf engstem Raum bei ihrer Großmutter. Gerade mit der Schulausbildung fertig, war es für die Schwangere damals unmöglich, einen Job zu finden; und seit das Baby auf der Welt ist, reichte das monatliche Sozialhilfebudget nicht aus, um die Mutter mit ihrem Kind zu versorgen. Wichtig ist, dass Maria baldmöglichst in einen Beruf findet. Sie ist mit ihrem Kind mittlerweile ins Schutzhaus von Hope & Light umgezogen und wird bei der Jobsuche von Sozialpädagogen unterstützt.

Elena

Unser aktuellster Fall ist eine junge Frau mit ihrem kleinen Jungen von 4 Jahren, die vor häuslicher Gewalt in Fuerteventura geflohen ist. Hier auf Teneriffa hat sie eine kostenfreie Unterkunft gefunden, bei der sie ihre Arbeitskraft allerdings ohne Einkommen für die Altenpflege zur Verfügung stellen muss. Ausgehungert und entkräftet fanden die Beiden den Weg zu “Hope & Light”. Als erstem Schritt konnten wir mit Lebensmitteln, Haushaltswaren und Kleidung für das Kind aushelfen. Eine Sozialarbeiterin bemüht sich nun, die Unterlagen des Sozialamtes von Fuerteventura zu bekommen, damit sie von hier aus Unterhalt vom Vater verlangen kann; dies wird allerdings schwierig, weil dieser arbeitslos ist.

Unsere Unterstützung richtete sich an erwachsene alleinstehende Frauen in der Schwangerschaft oder/und mit Babys/Kleinkindern, die das Ziel verfolgen, selbstständig ihr Leben zu gestalten, um für sich und ihr Kind sorgen zu können.

Dieses Projekt fokussiert sich nicht auf andere Problemsituationen wie z. B. minderjährige Mütter, Mütter mit psychischen Problemen, mit Suchtproblematik, Mütter ohne gültige Papiere; diese Gruppen werden von anderen Fachstellen betreut.

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